Für die Verkehrswende: 25.000 demonstrieren zur IAA

 

Unter dem Motto #aussteigen forderten 25.000 Teilnehmer*innen eine Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr und machten die Fahrrad-Sternfahrt und Fußgänger*innendemo damit zu einem großen Erfolg.

 

ADFC Sternfahrt
Auf der Theresienwiese fand die Abschlusskundgebung statt. © ADFC München/Tobias Hase

Mit einer bunten, friedlichen, großen und erfolgreichen Fahrrad-Sternfahrt und einer Fußgänger*innen-Demo für die Verkehrswende verliehen 25.000 Menschen am Samstag, den 11.09 ihrem Willen nach einer konsequenten Verkehrswende Ausdruck.

Zu den Protesten aufgerufen hatte ein Bündnis aus ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD. Anlass war die Internationale Automobil-Ausstellung IAA, die in diesem Jahr erstmals in München stattfand.

„Es ist ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende, dass zehntausende Menschen aus ganz Deutschland unserem Aufruf gefolgt sind – trotz der vielen Stolpersteine, die uns die Behörden bis zur letzten Minute in den Weg gelegt haben. Die Menschen wollen eine andere Verkehrspolitik, konsequenten Klimaschutz im Verkehr und gute Alternativen zum eigenen Auto. Und sie fallen nicht auf die grünen Blinkmanöver der Automobilindustrie auf der IAA herein. Vorfahrt allein fürs Auto ist vorbei, dicke Spritschlucker und Platzfresser sind nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen eine Politik, die Rad, Fuß, Bus und Bahn klar priorisiert und Klimaschutz im Verkehr ernst nimmt“, so das Bündnis.  

Die stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Rebecca Peters sagte: „Heute, bei unserer großen Fahrraddemo, hat der Radverkehr mal richtig viel Platz. Im Alltag aber kämpfen sich Radfahrende durch Straßen, die nicht für sie gemacht sind. Das muss sich ändern! Der Autoverkehr muss abspecken. Die nächste Bundesregierung muss Fuß, Rad und ÖPNV priorisieren.“

Große, bunte Demo für mehr Rad, Fuß, ÖPNV

Insgesamt 16 Fahrradrouten mit zehntausenden Menschen aus dem ganzen Münchner Umland führten zur Fußgängerdemo in der Münchner Innenstadt. Auf der letzten Etappe der Sternfahrt schloss sich eine Kinderdemo an, bei der zahlreiche Familien sichere Wege besonders auch für Kinder forderten.

Bei der großen Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese forderte das Demo-Bündnis die faire Verteilung des öffentlichen Raumes mit Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, den massiven Ausbau von Bus und Bahn und klimaneutralen Verkehr bis 2035.

Eine #aussteigen-Radstafette aus Frankfurt war bereits am 6. September Richtung München aufgebrochen. Am frühen Morgen starteten große Gruppen von Radfahrenden unter anderem aus Regensburg, Augsburg und Rosenheim zur großen Fahrraddemo.

Behörden erschweren zivilgesellschaftlichen Protest

Die Organisation der #aussteigen-Demo wurde im Vorfeld erheblich durch die bayerischen Behörden erschwert. Mehrere Routen mussten wenige Tage vor der Demo umgeplant werden, die Führung über Autobahnabschnitte wurde gänzlich untersagt.

Der Alltagsradverkehr in München war während der IAA erheblich behindert. Das Bündnis kritisierte die Ungleichbehandlung der Zivilgesellschaft gegenüber der Automobilindustrie bei der Nutzung des öffentlichen Raums scharf.           

Über das Bündnis

Zum Aktionsbündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC), das globalisierungskritische Netzwerk Attac, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Campact, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und der ökologische Verkehrsclub VCD. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. 

 


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